Tipps für die Planung deiner Elternzeitreise

Mehr und mehr Eltern planen eine Reise während der Elternzeit. Selten bekommt man die Chance so viel (bezahlte) arbeitsfreie Zeit am Stück zu haben. Doch bei der Planung deiner Elternzeitreise gibt es einiges mehr zu beachten, als wenn man nur zu zweit verreist. Deshalb geben wir dir hier ein paar Tipps auf was du achten solltest.

In Deutschland stehen dir 12 Monate bezahlte Elternzeit zur Verfügung. Möchte oder kann der Partner auch für einige Zeit zu Hause bleiben, stehen dir sogar 14 Monate bezahlte Elternzeit zur Verfügung. Unbezahlt sogar insgesamt 36 Monate. Beide Partner können gleichzeitig in Elternzeit gehen und das ist der Punkt, der das ganze so attraktiv macht. Wir haben unsere Elternzeit folgender Maßen aufgeteilt, Mama nimmt 12 Monate und Papa 2 Monate während den 12 Monaten der Mama. Also hatten wir 2 Monate Zeit zu verreisen.

Warum eine Elternzeitreise planen?

Wenn du diesen Artikel liest, steht sehr wahrscheinlich bereits das Vorhaben in der Elternzeit zu verreisen. Vielleicht hast du sogar schon einigen Leuten von deinem Vorhaben erzählt? Bestimmt hast du von der einen oder anderen Seite auch schon Sätze wie, „warum muss man mit so einem kleinen Baby so weit verreisen“, oder „wie unverantwortlich das alles doch ist“ gehört. Wir bekamen viel Unterstützung bei unserem Vorhaben, aber es gab auch einige Negativstimmen. Lass dich davon nicht beeinflussen, höre auf dein Bauchgefühl und lass dir gesagt sein:

  • Du verbringst 100% gemeinsame Zeit, was sonst gar nicht möglich ist, da Zuhause immer etwas zu tun ist oder auch einzeln Termine anstehen
  • Du schaffst gemeinsame Erlebnisse, von denen du und deine Familie lange zehren werdet
  • Vor allem für den Part der die kürze Elternzeit genommen hat: Du wirst so viele kleine und große Fortschritte miterleben und musst sie dir nicht abends nach der Arbeit erzählen lassen oder auf Video anschauen

Aber es muss einfach für dich selbst passen – du musst dir sicher sein, dass du die Elternzeitreise machen willst. Dann werdet ihr gemeinsam eine wunderbare Zeit haben.

Bester Zeitpunkt für die Elternzeitreise?

Deine Reisezeit richtet sich, wenn du nur ein Jahr Elternzeit hast, auch in gewissem Maße nach dem Geburtstermin deines Kindes.

Du solltest dir überlegen nicht direkt nach der Geburt verreisen. Alles wird neu sein und du willst erst einmal die Kennenlernzeit und das Wochenbett genießen. Am besten wartest du die Zeit vom vierten bis zum sechsten Lebensmonat ab. Bis dahin hat sich das meiste einpendelt, ihr habt Zeit euch kennen zulernen und wisst, wie der Hase läuft.

Noch ein Vorteil ist, dass bei deinem Baby vermutlich schon einige Impfungen gemacht wurden. Achte außerdem darauf, dass die U-Untersuchungen nicht genau in die Reisezeit fallen. Im Europäischen Ausland könntest du sie sogar bei einem Kinderarzt nachholen, was aber auch schon zu Diskussionen mit dem Jugendamt führen könnte.

Je nachdem wann du reisen möchtest, bieten sich einige Ziele besser an als andere. Die Jahreszeiten solltest du auf jeden Fall bei der Planung deiner Elternzeitreise berücksichten.

Frühling: südliches Europa, Australien und Ozeanien, südliches Afrika, einige Staaten Nordamerikas
Sommer: Europa, Nordafrika, Nordamerika, Indonesien
Herbst: südliches Europa, Teile von Asien, Afrika, südliches Amerika, mittel Amerika, Karibik
Winter: Australien und Ozeanien, Asien, südliches Afrika, südliches Amerika, mittel Amerika, Karibik Bei Deutschen sind für die Elternzeit vor allem Ziele in Südeuropa sowie die Länder Kanada, USA, Thailand, Australien und Neuseeland sehr beliebt.

Planung deiner Elternzeitreise – Wie lange unterwegs?

Je nachdem wie ihr die Elternzeit aufteilt, hast du zwei Monate Zeit, vielleicht auch mehr oder weniger. Hast du noch Urlaubstage, die du im laufenden Jahr nehmen musst? Prima! Häng sie doch einfach an die Elternzeit dran.

Wir haben vor unserer Elternzeit drei Wochen Urlaub genommen, sodass wir insgesamt neun Wochen unterwegs sein konnten. Nach unserer Rückkehr zu Hause hatten wir dann noch ein bisschen Zeit uns wieder einzuleben.

Wohin auf Elternzeitreise?

Falls du dir noch nicht sicher bist, wohin die Reise gehen soll, überlege dir wie weit weg dein Ziel sein darf und wie du dorthin kommen möchtest.

Stelle dir folgende Fragen:

  • Möchtest du Fliegen? Hast du zum Beispiel Flugangst, fällt das Flugzeug als Fortbewegungsmittel ja schon mal weg.
  • Möchtest du nur ein Land oder mehrere Länder auf deiner Reise besuchen?
  • Traust du dir zu in ein exotischeres Land zu reisen oder bestehst du auf die gewohnten europäischen Standards?
  • Wie hoch ist dein Budget?

Ein wichtiger Punkt ist dein Budget, mit dem dein Traum einer Elternzeitreise steht und fällt. Machen wir uns nichts vor, so lange zu verreisen hat seinen Preis. Bei manchen Reisezielen sparst du mehr als bei anderen. Eine Reise nach Australien, Neuseeland oder Kanada ist natürlich teurer als ein Aufenthalt in Thailand oder Südafrika.

Dazu kommen noch die Themen Sicherheit und Krankenversorgung. Vermutlich hast du bei einer Reise mit deinem Partner niemals drüber nachgedacht, ob es eine gute Krankenversorgung gibt. Reist du mit einem Baby oder Kind, fängst du an anders zu denken. Plötzlich spielen Dinge eine Rolle die für dich selbst nie relevant waren. Schau vorher auf der Seite des Auswärtigen Amtes nach wie es aktuell mit der Sicherheit steht. Außerdem bekommst du hier Informationen über notwendige Impfungen. Ob die Gefahr von Tropenkrankheiten oder ähnliches besteht, kannst du auch auf der Webseite des Tropeninstituts nachschauen. Für uns sind zum Beispiel Malaria oder Gelbfieber Gebiete mit einem so kleinen Baby von Anfang an ausgeschieden. Das Dengue Fieber auf den Fidschis, haben wir jedoch nach langem Überlegen in Kauf genommen.

Welche Reiseart ist die beste für deine Elternzeitreise?

Nicht nur wie du Anreisen willst, also per Flugzeug, Auto, Zug, Bus oder Schiff, sondern auch wie du an deinem Ziel unterwegs sein möchtest, spielt eine wichtige Rolle.

Roadtrip mit einem Camper

Aus unserer Sicht ist die beste Art während deiner Elternzeit zu Reisen einen Camper zu mieten. Ein Entscheidender Vorteil bei einem Roadtrip mit Camper ist, du hast dein Zuhause immer und überall dabei. Dein Baby muss sich nur einmal an eine neue Umgebung und Bettchen gewöhnen. Wickeln, Füttern und Brei zubereiten läuft um einiges entspannter ab, als wenn du mit dem Mietwagen unterwegs bist und all die Sachen auf so engem Raum erledigen musst.

Roadtrip mit einem dem Auto

Das Campen ist nichts für dich und du schläfst lieber im Hotel? Dann empfehlen wir dir einen Roadtrip mit dem Auto zu machen. In manchen Ländern könnte das, besonders zu Hauptsaison, sogar günstiger sein als die Camper Miete und die Übernachtung auf einem Campinglatz. Bei dieser Option ist ein bisschen mehr Planung im Voraus ganz gut, damit du nicht ohne Übernachtungsgelegenheit da stehst.
Gerade mit Baby, empfiehlt es sich mindestens zwei bis drei Tage am selben Ort zu bleiben. Wobei du merken wirst, dass man mit Kindern sowieso langsamer reist.

Ferienhaus

Ein Ferienhaus ist die perfekte Lösung, wenn du gerne an ein und demselben Ort bleiben möchtest. Du kannst am Tag Sternfahrten zu verschiedenen Orten unternehmen und schläfst trotzdem jede Nacht im selben Bett. Die Küchen sind oft super ausgestattet, um Babybrei und dein Essen zuzubereiten. Außerdem bist du unabhängig und musst dir keine Gedanken um andere Gäste machen, wenn das Baby mal etwas lauter ist.
Ein Nachteil könnte sein das du teils weitere Strecken in Kauf nehmen musst, um neue Orte zu entdecken.

Kreuzfahrt

Mit einer längeren Kreuzfahrt haben wir nur kurz geliebäugelt. Ähnlich wie beim Reisen mit dem Camper, hast du dein zuhause immer mit dabei. Teilweise sind sogar Kinderspielplätze und Ärzte mit an Bord. Leider sind die Preise je nach Ankerplatz und Reisefieber sehr hoch und die Aufenthalte mit ein paar Stunden doch sehr begrenzt. Deshalb kam die Kreuzfahrt für unsere Elternzeitreise vorerst nicht infrage.

Wie sind wir vorgegangen bei der Planung unserer Elternzeitreise?

Für uns war schon während der Schwangerschaft klar, wir wollen während unserer Elternzeit verreisen.
Der Geburtstermin war im Sommer. Im darauffolgenden Frühling sollte es los gehen. Wie lange? So lange wie möglich. Dafür haben wir früh angefangen zu sparen.

Wohin es gehen soll, stand direkt fest. Wir wollten auf jeden Fall nach Neuseeland. Zum einen ist Neuseeland ein sehr sicheres Land und zum anderen gibt keine (tödlich) giftigen Tiere. Außerdem braucht man viel Zeit, um ein so weit entferntes Land zu erkunden und genau das haben wir auf unserer Elternzeit Reise. Und weil wir gerade in der Ecke waren und den Flug sowieso etwas aufteilen wollten, entschieden wir uns für die folgende Route:

2 Tage Singapur, 2 Wochen Australien, 5 Wochen Neuseeland, 1 Woche Fidschi und auf der Rückreise 1 Tag Neuseeland (Auckland) und 1 Tag Singapur. Danach zurück nach Frankfurt.

Im Nachhinein hätten wir uns den die letzte Übernachtung in Singapur sparen können. Da wir nicht mehr wirklich was gemacht haben.

In Australien und Neuseeland haben wir uns jeweils einen Camper gemietet. Für uns im Nachhinein die beste Entscheidung, die wir hätten treffen können. Wir haben uns in unserem Zuhause auf Rädern sehr wohl gefühlt.

In Singapur haben wir in Hotels übernachtet und uns zu Fuß, per Hop-on Hop-off oder mit Taxis fortbewegt. Auf den Fidschi-Inseln waren wir in einem Insel Resort auf den Yasawas, die Insel war so klein, das es kein Problem war sie zu Fuß zu erkunden.

Wie und wo haben wir unsere geplante Elternzeitreise gebucht?

Die Flüge, die beiden Camper (Australien und Neuseeland) und die Unterkunft auf den Fidschi-Inseln haben wir im Reisebüro angefragt. Dieses Angebot haben wir noch einmal gegengeprüft und hätten vor allem den Flug mit seinen verschiedenen Gabelungen niemals so günstig bekommen.

Wir haben beides im Reisebüro gebucht und hatten damit wenigstens die teuersten Parts unserer Reise als Pauschalreise abgesichert. Eine Pauschalreise besteht, wenn mindestens zwei verschiedene Leistungen für den Zweck derselben Reise gebucht werden.

Zusätzlich haben wir noch eine Reiserücktritts- und Reiseabbruchsversicherung sowie eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Normalerweise sind diese Versicherungen in unserer Kreditkarte enthalten. Da wir aber länger als 60 Tage am Stück unterwegs waren, hätten wir den Anspruch auf die Leistungen verloren. Prüfe also unbedingt die Richtlinien deiner Versicherungen, um den großen Schrecken danach zu vermeiden.

Mehr Tipps für die Planung deiner Elternzeitreise

Eine gute Reiseapotheke ist sehr wichtig. Auch wenn du wahrscheinlich zweidrittel der Sachen gar nicht erst benötigen wirst, fühlt es sich doch sicherer an sie dabei zu haben. Von Fiebersaft bis Kümmelzäpfchen waren wir für alle Eventualitäten gerüstet.

Für die Fidschi-Inseln war uns ein guter Mückenschutz wichtig. Neben passender Kleidung gibt es verschiedene Sprays, Cremes, Pflaster. Achte hier vor allem auf die Inhaltsstoffe. Nicht jedes Repellent ist für Babys oder Kinder geeignet.

Wir hoffen das wir dir mit unserem Artikel ein bisschen bei der Elternzeit Planung helfen konnten. Wie schon weiter oben erwähnt ist es wichtig das du dich wohl führst. Höre auf dein Bauchgefühl und ihr werdet eine wunderbare Zeit haben.

Hast du noch Fragen zur Planung deiner Elternzeitreise? Schreib sie uns gerne in die Kommentare.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.